Cheats verstehenRatgeber
Spielstände bearbeiten: wie Savegame-Editing funktioniert
Beim Savegame-Editing änderst du die Datei, in der ein Spiel deinen Fortschritt speichert, etwa Geld, Level oder Inventar. Manche Spielstände sind lesbarer Text, andere verschachtelte oder komprimierte Binärdateien, die nur passende Editoren sauber bearbeiten. Lege vorher immer eine Kopie an und bearbeite nur Spielstände aus dem Einzelspieler.

Jedes Spiel, das deinen Fortschritt speichert, legt dafür Dateien auf der Festplatte oder in der Cloud ab. Wer diese Dateien verändert, kann sich Geld, Erfahrung oder Gegenstände geben, ohne dass während des Spiels ein Zusatzprogramm läuft. Das klingt einfach, und bei manchen Spielen ist es das auch. Bei anderen reicht ein falsches Byte, und der Spielstand lädt nicht mehr.
Was Savegame-Editing ist
Einen gespeicherten Spielstand zu bearbeiten ist ein indirekter Weg, Spieldaten zu verändern [1]. Anders als bei einem Trainer oder Speicherscanner bleibt das laufende Spiel unberührt: Du änderst die Datei, die das Spiel beim nächsten Laden einliest. Früher nutzten Spieler dafür vor allem Hex-Editoren, also Programme, die eine Datei Byte für Byte anzeigen [1].
Die Änderung bleibt dauerhaft im Spielstand. Sie verschwindet nicht nach dem Beenden wie ein Wert, den ein Trainer im Arbeitsspeicher setzt. Wie Trainer und Speicherwerkzeuge im Unterschied dazu arbeiten, erklärt Wie Cheats technisch funktionieren.
Wie Spiele ihre Spielstände speichern
Ein einheitliches Format gibt es nicht. Jedes Studio entscheidet selbst, was es speichert und wie. Grob lassen sich drei Fälle unterscheiden.

Lesbarer Text
Manche Spiele schreiben ihre Spielstände als Text, zum Beispiel in einer Auszeichnungssprache. Dann öffnest du die Datei in einem Texteditor und findest Einträge wie den Geldbetrag unter einem verständlichen Namen. Das ist der einfachste Fall. Trotzdem gilt: Ein vergessenes Zeichen oder ein Wert außerhalb des erwarteten Bereichs kann das Laden verhindern.
Strukturierte Binärdateien
Andere Spiele speichern in einem eigenen Binärformat. Minecraft legt jede Welt in einem eigenen Ordner unter .minecraft/saves ab. Die Datei level.dat enthält dort globale Daten wie Tageszeit, Weltgenerator und Startwert der Welt und ist eine sogenannte NBT-Datei, ein verschachteltes Format mit benannten Einträgen [2]. Das Gelände steht in eigenen Regionsdateien [2]. Mit einem Texteditor kommst du hier nicht weit, du brauchst ein Werkzeug, das dieses Format versteht.
Minecraft zeigt auch, wie schnell sich solche Formate ändern. Die Minecraft-Wiki beschreibt für die Java Edition, dass Spielregeln und Spielerdaten in neueren Versionen aus level.dat in eigene Dateien und Ordner gewandert sind [2]. Anleitungen für ältere Versionen passen dann nicht mehr zur eigenen Welt.
Komprimierte und verknüpfte Formate
Große Rollenspiele speichern besonders viel. Ein Spielstand von Skyrim beginnt mit einem Kopfteil, in dem unter anderem Name, Stufe und Aufenthaltsort der Spielfigur sowie die Größe des Vorschaubilds stehen [3]. Es folgt eine Liste der geladenen Plugins, also der Erweiterungen und Mods, und danach die geänderten Spielobjekte [3]. In der Special Edition kann der Großteil der Datei komprimiert sein, einzelne Objekte sind zusätzlich gepackt [3]. Wer hier ohne passenden Editor einzelne Bytes ändert, beschädigt die Datei sehr leicht. Die Pluginliste zeigt außerdem, warum Spielstände und Mods eng zusammenhängen: Der Spielstand merkt sich, welche Erweiterungen beim Speichern aktiv waren. Mehr zu Mods steht unter Mods und Modding.
Auch die Ausgabe eines Spiels spielt eine Rolle. Im Kopfteil eines Skyrim-Spielstands steht eine Versionsnummer, an der sich die ursprüngliche Fassung von der Special Edition unterscheiden lässt. Die UESP nennt für die alte Fassung den Wert 9, für die Special Edition den Wert 12 [3]. Selbst das Vorschaubild ist verschieden gespeichert, einmal mit drei, einmal mit vier Farbkanälen [3]. Ein Editor, der nur eine der beiden Fassungen kennt, liest die andere falsch oder gar nicht. Achte deshalb darauf, dass ein Werkzeug ausdrücklich zu deiner Ausgabe und Version des Spiels passt.
Vor jeder Änderung: Sicherungskopie
Die wichtigste Regel beim Bearbeiten von Spielständen ist die Kopie. Bearbeite nie die einzige Fassung deines Spielstands, sondern ein Duplikat. Geht etwas schief, spielst du das Original zurück.

Das BSI empfiehlt für private Sicherungen externe Datenträger wie USB-Sticks oder Wechselfestplatten. Die Sicherung soll räumlich getrennt vom PC liegen, und du musst sicherstellen, dass du die Daten auch wieder einspielen kannst [5]. Für Spielstände heißt das: Kopiere den ganzen Ordner des Spielstands, nicht nur eine einzelne Datei, und probiere einmal aus, ob das Spiel die Kopie lädt.
Manche Spiele legen selbst eine Rückfallkopie an. Minecraft sichert beim Laden einer Welt die aktuelle level.dat als level.dat_old [2]. Darauf solltest du dich nicht allein verlassen, denn sie wird beim nächsten Laden wieder überschrieben.
Spiel vorher schließen
Bearbeite einen Spielstand nur, wenn das Spiel nicht läuft. Die Minecraft-Wiki rät, Minecraft vor dem Zugriff auf eine Welt zu schließen, weil das Spiel eine Welt auch nach dem Wechsel zu einer anderen noch gesperrt halten kann. Das kann zu seltsamem Verhalten führen [2]. Andere Spiele überschreiben deine Änderung beim nächsten automatischen Speichern einfach wieder.
Cloud-Speicher beachten
Viele Spiele gleichen ihre Spielstände mit einem Cloud-Speicher ab. Bei Steam Cloud synchronisiert Steam die Dateien eines Spiels vor und nach jeder Sitzung, geänderte Dateien landen nach dem Beenden des Spiels auf den Servern von Steam [4]. Ein bearbeiteter und beschädigter Spielstand kann so auch in die Cloud gelangen und auf deinen anderen Geräten auftauchen. Deine eigene Kopie auf einem externen Datenträger schützt dich davor.
Werkzeuge zum Bearbeiten
Welches Werkzeug passt, hängt vom Format ab. Für Textformate reicht ein Texteditor. Für Binärdateien gibt es Hex-Editoren, die jede Datei öffnen, dir aber nicht sagen, was die Bytes bedeuten. Für viele bekannte Spiele bauen Fans eigene Spielstand-Editoren, die das Format kennen und Werte unter verständlichen Namen anzeigen.
Bei Editoren aus dem Netz gelten dieselben Regeln wie für jede fremde Software. Lade nur von der Seite des Projekts, lies vor der Installation jeden Schritt und schalte deinen Virenschutz nicht ab. Manche Editoren arbeiten im Browser und laden deinen Spielstand dafür auf einen fremden Server. Dann gibst du eine Datei aus der Hand, die je nach Spiel auch deinen Spielernamen enthält.
Typische Fehler
- Werte außerhalb des Bereichs: Das Spiel rechnet mit einer Obergrenze, ein zu großer Wert führt zu Fehlern oder Abstürzen.
- Falsche Spielversion: Nach einem Update hat sich das Format geändert, der Editor schreibt die Datei im alten Aufbau.
- Widersprüche im Spielstand: Ein Gegenstand steht im Inventar, gehört aber zu einer Quest, die laut Spielstand noch gar nicht begonnen hat.
- Zu viele Änderungen auf einmal: Lädt der Spielstand nicht mehr, weißt du nicht, welche Änderung schuld war.
Am sichersten gehst du schrittweise vor. Ändere einen Wert, lade den Spielstand, spiele kurz und speichere neu. Erst wenn alles läuft, folgt die nächste Änderung.

Nur im Einzelspieler
Savegame-Editing betrifft deinen eigenen Spielstand auf deinem Gerät. Bei Onlinespielen liegt der Fortschritt meist auf den Servern des Herstellers, dort hast du keinen Zugriff, und Versuche, ihn zu manipulieren, verstoßen gegen die Nutzungsbedingungen. Auch in Spielen mit Einzel- und Mehrspielermodus gehört ein bearbeiteter Spielstand nicht in eine Onlinepartie. Was dort droht, beschreibt Bann nach Cheaten.
Erfolge sind ein eigenes Thema. Viele Spiele zählen sie nicht, solange Cheats aktiv sind [1]. Wie einzelne Spiele mit Cheats und Erfolgen umgehen, erklärt Cheats und Erfolge.
Was das Recht dazu sagt
Der Bundesgerichtshof hat am 31.07.2025 über eine Software entschieden, die variable Daten im Arbeitsspeicher einer Spielkonsole veränderte, ohne den Programmcode des Spiels anzutasten (Az. I ZR 157/21, "Action Replay II"). Der Vertrieb einer solchen Software verletzt danach nicht das Bearbeitungsrecht des Spieleherstellers nach § 69c Nr. 2 UrhG, weil der Schutz den Quell- und Objektcode erfasst, nicht die Funktionalität des Programms [6]. Das Urteil betrifft Änderungen im Arbeitsspeicher. Zu Spielstandsdateien äußert sich die Pressemitteilung nicht. Unabhängig davon können die Nutzungsbedingungen eines Spiels das Bearbeiten verbieten. Mehr dazu unter Ist Cheaten strafbar?.
Einfacher und ohne Eingriff in Dateien geht es oft mit den eingebauten Befehlen eines Spiels. Wie du sie freischaltest, steht unter Entwicklerkonsole in Spielen aktivieren.
- Cheating in video games. Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Java Edition level format. Minecraft Wiki. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Skyrim Mod:Save File Format. The Unofficial Elder Scrolls Pages (UESP). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Steam Cloud (Steamworks-Dokumentation). Valve Corporation. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Datensicherung - wie geht das?. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Zur urheberrechtlichen Zulässigkeit einer Cheat-Software (Pressemitteilung Nr. 149/2025). Bundesgerichtshof. Stand 31.07.2025. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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