Cheats verstehenRatgeber
Easter Eggs in Videospielen
Ein Easter Egg ist ein Inhalt, den Entwickler absichtlich in einem Spiel oder Programm verstecken, etwa eine geheime Botschaft, einen versteckten Raum oder eine Anspielung. Der Begriff entstand um 1980 bei Atari, nachdem Warren Robinett in Adventure seinen Namen in einem geheimen Raum versteckt hatte. Anders als Cheats bringen Easter Eggs meist keinen spielerischen Vorteil.

Ein Easter Egg ist etwas, das die Entwickler absichtlich versteckt haben: ein geheimer Raum, eine Botschaft, ein Gegenstand mit einer Anspielung oder eine Tastenfolge mit überraschender Wirkung. Wer es findet, bekommt selten einen spielerischen Vorteil, dafür einen Blick hinter die Kulissen. Diese Seite erklärt, woher der Begriff kommt, welche Beispiele bekannt wurden und wo die Grenze zu Cheats verläuft.
Woher der Name kommt
Der Name spielt auf die Ostereiersuche an: Jemand versteckt etwas, andere suchen danach. Auf Spiele übertragen wurde er bei Atari. Der Programmierer Warren Robinett stellte das Spiel Adventure für die Konsole Atari 2600 im Juni 1979 fertig [2]. Atari nannte die Entwickler seiner Spiele damals nirgends, laut Wikipedia aus Sorge, mit bekannten Designern verhandeln zu müssen [2]. Robinett war mit seinem Vorgesetzten über diese fehlende Nennung uneins und versteckte deshalb einen geheimen Raum mit dem Schriftzug "Created by Warren Robinett" im Spiel [1].

Erreichbar war der Raum nur über einen unscheinbaren grauen Punkt, den man finden und an eine bestimmte Stelle tragen musste [1, 9]. Steve Wright, bei Atari Leiter der Softwareentwicklung im Konsolenbereich, schlug vor, die Botschaft im Spiel zu lassen und solche versteckten Inhalte sogar zu fördern. Er nannte sie Easter Eggs, der Begriff stammt aus der Zeit um 1980 [1]. Adventure verkaufte sich laut Wikipedia rund eine Million Mal [2].
Ältere Fälle ohne Namen
Adventure gilt als das erste Spiel, dessen Geheimnis "Easter Egg" genannt wurde, versteckte Inhalte gab es aber schon vorher. Als frühestes bekanntes Easter Egg in einem Videospiel nennt Wikipedia Moonlander von 1973: Wer mit der Mondfähre weit genug zur Seite fliegt, findet ein McDonald's, und landet man daneben, geht der Astronaut hinein [1]. Im Automatenspiel Starship 1 von 1977 erschien bei der richtigen Eingabe der Gruß "Hi Ron!", öffentlich bekannt wurde das erst 2017 [1].
Noch älter ist ein Scherz in einem Rechnerbefehl. Auf PDP-6- und PDP-10-Rechnern antwortete der Befehl "make" zwischen Oktober 1967 und Oktober 1968 auf die Eingabe "make love" mit der Frage "not war?", bevor er die Datei anlegte [1].
Berühmte Easter Eggs in Spielen
Viele Easter Eggs sind Anspielungen auf andere Spiele oder auf Menschen aus der Branche. In The Elder Scrolls V: Skyrim steckt auf dem Gipfel des höchsten Bergs, dem Hals der Welt, eine Spitzhacke im Fels. Sie heißt "Notched Pickaxe" und ist laut der Fan-Enzyklopädie UESP nach Markus "Notch" Persson benannt, dem Erfinder von Minecraft [4]. Spielerisch ist sie eine einhändige Waffe mit einer Verzauberung für das Schmieden [4].

Blizzard versteckte in seinen Strategiespielen Codes, die selbst kleine Witze sind. In StarCraft schließt die Eingabe "there is no cow level" die laufende Mission ab [7]. Andere Codes in StarCraft heißen "black sheep wall" oder "game over man" und decken die Karte auf oder beenden das Spiel als verloren [7]. In Warcraft III spielt der Code "TenthLevelTaurenChieftain" das Lied "Power of the Horde" der Band Tenth Level Tauren Chieftain ab, und "ThereIsNoSpoon" zitiert den Film The Matrix und gibt unendlich Mana [8].
Manche Easter Eggs sind kleine Spiele im Spiel. In Anno 1800 löst der Konami-Code am PC einen Schwarm fliegender, hüpfender Tiere aus, auf Konsolen schaltet er eine Ansicht aus der Ich-Perspektive frei [3]. In Hollow Knight: Silksong öffnet dieselbe Tastenfolge im Menü "Extras" den Modus "Steel Soul", in dem der Tod endgültig ist [3].
Gern verstecken Studios auch Verbeugungen vor der eigenen Vergangenheit. In Bloodstained: Ritual of the Night führt eine Eingabe im Menü in einen "1986 Mode", der die Steuerung an die schwierigere Castlevania-Reihe angleicht [3]. BioShock Infinite schaltet mit einer Abwandlung des Codes den schweren "1999 Mode" frei [3]. In Dead by Daylight spielt der Code eine kurze Melodie aus Gradius, wenn du eine Figur aus Silent Hill ausgewählt hast, und gibt dir einen Anhänger als Belohnung [3].
Easter Eggs, die zum Cheat werden
Die Grenze ist nicht immer scharf. Der Konami-Code war in Gradius ein Entwicklerwerkzeug, das im fertigen Spiel blieb, und wurde später selbst zum bekanntesten Easter Egg der Spielegeschichte [3]. Auch viele berühmte Cheatcodes enthalten Filmzitate oder Insiderwitze und sind damit beides zugleich: ein Vorteil im Spiel und ein versteckter Gruß der Entwickler.
Easter Eggs außerhalb von Spielen
Bekannt wurden Easter Eggs auch in Bürosoftware. In Microsoft Excel 97 war ein Flugsimulator versteckt, in Word 97 ein Flipperspiel [1]. Seit 2002 erlaubt Microsoft im Rahmen seiner Initiative "Trustworthy Computing" keinen versteckten oder undokumentierten Code mehr [1]. Der Microsoft-Entwickler Larry Osterman schrieb 2005 in seinem Blog, die Betriebssystem-Abteilung habe eine Regel gegen Easter Eggs. Das Easter Egg, das sein Team in die POP3- und NNTP-Server von Exchange 5.0 gebaut hatte, nannte er "utterly irresponsible" (völlig unverantwortlich) [10]. Hinter der Haltung steht ein Sicherheitsgedanke: Code, den niemand dokumentiert und prüft, kann Fehler enthalten, die keinem auffallen [10].
Google pflegt das Gegenteil. Wer nach "do a barrel roll" sucht, sieht die Ergebnisseite eine Rolle drehen wie das Raumschiff in Star Fox. Bei "askew" steht die Seite leicht schief, und "Google in 1998" zeigt am Desktop ein Layout, das an die Suchseite von 1998 erinnert [6]. Sucht man nach "recursion", schlägt Google als Korrektur wieder "recursion" vor, und der Link führt immer zur selben Suche [6]. Interaktive Spiele in den Google-Logos sind ein eigenes Kapitel, mehr dazu unter Interaktive Doodles und Doodle-Spiele.
Das Dinosaurier-Spiel im Browser
Eines der meistgespielten Easter Eggs steckt im Browser Chrome. Kann Chrome keine Verbindung herstellen, zeigt die Fehlerseite einen pixeligen Tyrannosaurus. Mit der Leertaste oder der Pfeiltaste nach oben startet ein kleines Laufspiel, auf dem Smartphone reicht ein Tippen auf den Dinosaurier [5]. Gebaut haben es Sebastien Gabriel, Alan Bettes und Edward Jung aus dem Chrome-Team, erschienen ist es im September 2014 [5, 11]. Laut einem Beitrag im Google-Blog vom 06.09.2018 liefen damals rund 270 Millionen Spiele im Monat [11]. Zum zehnten Geburtstag von Chrome im September 2018 stand eine Torte in der Wüste, und wer sie einsammelte, bekam einen Partyhut für den Dinosaurier [5, 11].
Auch in Apps taucht der Konami-Code auf. Auf einer 404-Fehlerseite von Discord startet er das Spiel Snake, und im Browser Opera schaltete er in den Versionen 19 bis 54 versteckte Einstellungen frei [3]. Selbst Institutionen machen mit: Auf einer Seite der Bank of Canada spielt die Tastenfolge die Nationalhymne als Chiptune-Melodie und lässt Gedenkscheine zu 10 Dollar herabfallen [3]. Twitter ließ bis zur Umbenennung in X das Logo auf der Startseite kreisen [3]. Im Animationsfilm Ralph reichts (Originaltitel Wreck-It Ralph) nutzt die Figur King Candy den Code, um in einen gesperrten Teil des Spiels Sugar Rush zu gelangen [3].
Easter Egg oder Cheat: der Unterschied
Ein Cheat verändert die Spielregeln zu deinen Gunsten: mehr Geld, Unverwundbarkeit, eine aufgedeckte Karte. Ein Easter Egg ist zunächst nur ein Fund. Es zeigt eine Botschaft, einen Raum oder eine Anspielung und lässt den Spielverlauf meist unberührt. Gemeinsam ist beiden, dass die Entwickler sie eingebaut und nicht beworben haben. Viele Spiele mischen beides, wie die Codes von Blizzard zeigen.
| Merkmal | Easter Egg | Eingebauter Cheat |
|---|---|---|
| Wer baut es ein? | Entwickler | Entwickler |
| Verändert das Spiel? | meist nicht | ja |
| Bringt einen Vorteil? | selten | meist |
| Folgen für Erfolge | in der Regel keine | oft gesperrt |
| Beispiel | Notched Pickaxe in Skyrim | "there is no cow level" in StarCraft |
Die Zeile zu den Erfolgen ist eine Faustregel. Ob ein Spiel nach einem Code Erfolge sperrt, entscheidet jeder Hersteller selbst, Beispiele stehen unter Cheats und Erfolge. Weitere Abgrenzungen zu Mods und Trainern erklärt Cheats, Mods und Trainer.
Wie du Easter Eggs findest
Die meisten Easter Eggs entdecken Spieler, die abseits der Hauptwege unterwegs sind. Lohnend sind Orte, an die dich keine Aufgabe schickt: Berggipfel, Kartenränder, verschlossene Räume, Menüs, die man sonst überspringt. Auch Tastenfolgen im Hauptmenü oder Eingaben bei der Namenswahl lösen manchmal etwas aus, wie der Konami-Code in vielen Spielen zeigt.

Wer nicht selbst suchen will, findet Sammlungen in Fan-Wikis zum jeweiligen Spiel. Dort steht meist auch, ob ein Easter Egg nur in einer bestimmten Version vorkommt. Nach Updates verschwinden manche Geheimnisse, andere kommen dazu. Eingaben, die das Spiel verändern, solltest du vorher an einem eigenen Spielstand ausprobieren, damit dein Hauptspielstand unberührt bleibt. Wie sich versteckte Codes über die Jahrzehnte entwickelt haben, zeigt die Geschichte der Cheats.
- Easter egg (media). Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Warren Robinett. Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Konami Code. Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Skyrim: Notched Pickaxe. The Unofficial Elder Scrolls Pages (UESP). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Dinosaur Game. Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- List of Google Easter eggs. Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation StarCraft Compendium: Single Player Cheat Codes. Blizzard Entertainment, Battle.net Classic. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Warcraft III cheat codes. Warcraft Wiki. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Adventure (1980 video game). Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Why no Easter Eggs?. Larry Osterman, Microsoft (MSDN-Blog, Archiv). Stand 21.10.2005. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation As the Chrome dino runs, we caught up with the Googlers who built it. Google. Stand 06.09.2018. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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