Cheats verstehenRatgeber

Der Konami-Code

Der Konami-Code ist die Tastenfolge oben, oben, unten, unten, links, rechts, links, rechts, B, A. Kazuhisa Hashimoto baute sie 1986 in die NES-Fassung von Gradius ein, um beim Testen alle Extras auf einmal zu bekommen. Bekannt wurde der Code durch Contra, wo er 30 Leben gab, und er steckt bis heute als Easter Egg in Spielen, Apps und Websites.

Nahaufnahme eines abgenutzten Gamepads mit Steuerkreuz und zwei runden Tasten auf dunklem Holztisch
Bild: KI-generiert

Oben, oben, unten, unten, links, rechts, links, rechts, B, A: Diese zehn Eingaben sind der Konami-Code, der wohl bekannteste Cheat der Spielegeschichte. Er stammt aus einem Spiel von 1986, blieb dort aus Versehen im fertigen Spiel und steckt bis heute in Spielen, Apps und sogar auf der Website der Bank of Canada. Hier erfährst du, wie er entstand, was er in den ersten Spielen bewirkte und wo du ihn heute noch eingeben kannst.

Die Tastenfolge

Auf dem Steuerkreuz eines Controllers lautet der Code ↑ ↑ ↓ ↓ ← → ← → B A [1]. Manche Spiele verlangen danach noch Start oder Select, oft je nachdem, ob man allein oder zu zweit spielt [1]. Auf Tastaturen gibt man ihn meist mit den Pfeiltasten und den Buchstaben B und A ein. Wo ein Spiel andere Knöpfe hat, passen die Entwickler die letzten beiden Eingaben an: In Superman Returns für die Xbox 360 endet die Folge auf Y und X [1].

Die Folge ist kurz, und Hashimoto wählte sie laut einem Interview von 2003 so, dass er sie sich leicht merken konnte [4]. Für Entwickler ist das praktisch: Ein Spiel kann im Hintergrund die letzten Eingaben mitlesen und reagieren, sobald genau diese Reihenfolge eintrifft.

Herkunft: Kazuhisa Hashimoto und Gradius

Erfunden hat den Code Kazuhisa Hashimoto, ein Programmierer des japanischen Herstellers Konami. Er kam 1981 mit anderen Hochschulabsolventen zu Konami und entwickelte dort zuerst Platinen für Münzautomaten, später Videospiele [2]. 1986 übertrug er das Automatenspiel Gradius von 1985 auf das Nintendo Entertainment System (NES) [1, 3].

Schreibtisch aus den Achtzigern mit altem Computer, Lötkolben, Platine und Papierstapeln im Lampenlicht
Bild: KI-generiert

Gradius ist ein seitlich scrollendes Weltraumspiel, in dem das Raumschiff nach und nach Verbesserungen sammelt. Hashimoto fand das Spiel beim Testen zu schwer, um es durchzuspielen [1]. Im Interview von 2003 sagte er, er habe die Automatenfassung selbst nicht schlagen können [4]. Deshalb baute er eine Eingabe ein, die im Pausenmenü alle Verbesserungen auf einmal freischaltet, die man sonst nur Stück für Stück bekommt [1]. Eigentlich sollte der Code vor der Veröffentlichung wieder raus. Aufgefallen ist er erst bei den Vorbereitungen für die Massenfertigung, und die Entwickler ließen ihn im Spiel, weil sein Entfernen neue Fehler hätte verursachen können [1].

Solche Testhilfen waren damals üblich. Viele frühe Cheatcodes entstanden, um den Testern die Arbeit zu erleichtern [3]. Neu am Konami-Code war, wie bekannt er wurde. Wie andere Codes aus derselben Zeit entstanden, beschreibt die Geschichte der Cheats.

Hashimotos weitere Arbeit

Hashimoto arbeitete außer an Gradius an der NES-Fassung von Track & Field, an The Goonies, an The Legend of the Mystical Ninja und an der Fußballreihe International Superstar Soccer [2]. Laut Wikipedia schreibt ihm der US-Sender NPR mindestens neun Spiele zu [2]. Hashimoto wurde am 15.11.1958 geboren und starb am 25.02.2020 im Alter von 61 Jahren, Konami und sein Freund Yuji Takenouchi gaben seinen Tod bekannt [2]. Wie sich Fußballspiele wie International Superstar Soccer weiterentwickelt haben, steht unter Fußball-Videospiele und eFootball.

Contra machte den Code berühmt

Bekannt wurde der Code in Nordamerika durch die NES-Fassung von Contra. Dort gab er dem Spieler 30 Leben [1]. Deshalb heißt die Folge auch "Contra Code" oder "30 Lives Code" [1]. Genutzt wurde er laut Wikipedia auch, um Einsteigern durch das Spiel zu helfen [1].

Das Internet spielte dabei noch keine Rolle. Laut Wikipedia halfen Cheatbücher, Lösungshefte und Steckmodule damals, das Cheaten zu einem festen Teil der Spielekultur zu machen, und Zeitschriften druckten regelmäßig Listen mit Codes [3].

Der Konami-Code in anderen Spielen

Konami setzte den Code in vielen eigenen Spielen ein, andere Studios übernahmen ihn als Gruß. Die Wirkung ist dabei jedes Mal anders, und nicht immer ist sie ein Vorteil:

Reihe alter Spielmodule ohne Aufkleber neben einem modernen kabellosen Controller auf einem Regal
Bild: KI-generiert
  • Gradius Galaxies für den Game Boy Advance: Der Code gibt alle Verbesserungen und lässt das Raumschiff dann explodieren. Die Abwandlung mit L, L, R, R statt links, links, rechts, rechts gibt die Verbesserungen und kostet nur ein Leben [1].
  • Metal Gear Rising: Revengeance: Der Code schaltet die Schwierigkeitsgrade "Revengeance" und "Very Hard" frei, ohne dass du das Spiel vorher auf "Hard" beenden musst [1].
  • Castlevania: Legacy of Darkness für das Nintendo 64: Eine 2024 entdeckte Abwandlung schaltet alle vier Figuren, ihre Kostüme und den schweren Modus frei [1].
  • Anno 1800: Am PC erscheinen Hunderte fliegende, hüpfende Tiere, auf Konsolen schaltet der Code eine Ansicht aus der Ich-Perspektive frei [1].
  • Hollow Knight: Silksong: Im Menü "Extras" öffnet der Code den Modus "Steel Soul", in dem der Tod endgültig ist [1].
  • Ultrakill für Windows: Der Code öffnet während des Spiels ein Cheatmenü [1].
  • Tetris von Tengen für das NES: Eine verkürzte Folge ohne die ersten beiden Eingaben verwandelt im Pausenmenü den aktuellen Stein in einen langen I-Stein, einmal pro Partie [1].
  • BioShock Infinite: Eine Abwandlung schaltet den schweren "1999 Mode" frei. Bloodstained: Ritual of the Night bietet im Menü einen "1986 Mode", der die Steuerung an die schwierigere Castlevania-Reihe angleicht [1].
  • Fortnite Battle Royale: Nach dem Ereignis zum Ende von Kapitel 1, Saison X, führte der Code am Schwarzen Loch zu einem Minispiel mit dem Namen Durr Burger [1].

Manche Spiele verändern die Folge so, dass sie zu ihrer eigenen Steuerung passt. In The Incredibles lautet die Eingabe auf der Cheattastatur "UUDDLRLRBAS", ausgeschrieben aus den Anfangsbuchstaben der englischen Richtungen, und gibt beliebig oft 25 Prozent Gesundheit zurück [1]. Auf einigen Geräten mit dem Betriebssystem webOS schaltete "upupdowndownleftrightleftrightbastart" den Entwicklermodus frei [1]. Selbst Spielzeug greift die Folge auf: Drei Spielzeuge von Fisher-Price im Videospiel-Look spielen sie ab, und der Spielzeug-Controller sagt dazu "You win!" [1].

Oft ist die Wirkung reine Spielerei. In Assassin's Creed III löst der Code eine Animation aus, wenn du auf dem Davenport-Anwesen auf einen Truthahn zielst, die genaue Eingabe hängt von der Konsole ab [1]. In LittleBigPlanet 2 zeigt ein Spielautomat danach die Ziffern 3733 5683, die auf einer Handytastatur "free love" ergeben [1]. Sportsfriends startet damit die Pong-Variante FLOP, ein ähnlicher Code öffnet das versteckte Spiel Get on Top [1].

Wenn der Code Erfolge kostet

In Superman Returns für die Xbox 360 gibt der Code während des Levels in Metropolis unbegrenzte Ausdauer. Dafür setzt er den Gamerscore aus diesem Spiel auf 0 und vergibt den Erfolg "Not That Super", der alle übrigen Erfolge sperrt [1]. Welche Spiele heute Erfolge sperren und wie lange, erklärt Cheats und Erfolge.

Außerhalb von Spielen

Der Code ist längst auch ein beliebtes Easter Egg in Programmen und auf Websites. Auf einer 404-Fehlerseite von Discord startet er das Spiel Snake, im Browser Opera öffnete er in den Versionen 19 bis 54 versteckte Einstellungen [1]. Auf einer Seite der Bank of Canada spielt er die Nationalhymne als Chiptune-Melodie und lässt Gedenkscheine zu 10 Dollar fallen, auf der Website des WWF in Großbritannien dreht sich das Pandalogo [1]. Twitter ließ das Logo auf der Startseite bis zur Umbenennung in X kreisen [1].

Auch Sprachassistenten kennen ihn: Siri antwortet unter anderem mit "Cheater!", der Google Assistant mit "Cheat mode enabled" [1]. Im Animationsfilm Ralph reichts (Wreck-It Ralph) nutzt die Figur King Candy den Code, um in einen gesperrten Teil des Rennspiels Sugar Rush zu kommen, und im Horrorfilm Fear Street Part One: 1994 von 2021 sagt Josh ihn seiner Schwester Deena wie einen Glücksspruch auf [1].

Technisch ist das auf einer Website leicht umzusetzen: Ein kleines Skript merkt sich die zuletzt gedrückten Tasten und vergleicht sie mit der festen Folge. Weitere versteckte Spielereien dieser Art stellt die Seite Easter Eggs in Videospielen vor.

Warum gerade dieser Code bekannt wurde

Die Folge ist kurz und lässt sich mit jedem Steuerkreuz eingeben. In Contra half sie spürbar, und weil Konami und später viele andere Studios sie in weiteren Titeln einsetzten, probierten Spieler sie immer wieder aus. Heute setzen Entwickler sie bewusst als Anspielung ein.

Zwei Freunde um die dreißig lachen auf dem Sofa, einer hält einen alten Controller
Bild: KI-generiert

Für dich heißt das: Wenn ein Spiel ein verstecktes Menü, einen Bonusmodus oder eine Spielerei enthält, lohnt der Konami-Code als erster Versuch im Hauptmenü oder im Pausenmenü. Ob ein Spiel danach Erfolge sperrt, solltest du vorher nachlesen, wie das Beispiel Superman Returns zeigt. Weitere Codes aus der Spielegeschichte findest du unter Berühmte Cheatcodes aus der Spielegeschichte.

  1. Konami Code. Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
  2. Kazuhisa Hashimoto. Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
  3. Cheating in video games. Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
  4. The origin of the Konami code, as told by its inventor. Engadget. Stand 16.01.2012. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.