Cheats verstehenRatgeber
Cheats, Mods und Trainer: was sie unterscheidet
Cheats sind meist vom Hersteller eingebaute Codes oder Befehle, die das Spiel leichter machen. Mods sind Veränderungen von Spielern, die Inhalte ergänzen oder umbauen. Trainer sind eigene Programme, die während des Spiels Werte im Arbeitsspeicher ändern, etwa Lebenspunkte einfrieren.

Wer "Cheats für Skyrim" sucht, findet Konsolenbefehle, Modsammlungen und Trainer-Programme durcheinander. Alle drei verändern das Spiel, greifen aber an verschiedenen Stellen ein und bergen verschiedene Risiken. Auch die Hersteller sehen sie sehr unterschiedlich. Diese Seite ordnet die Begriffe und zeigt, welches Werkzeug für welchen Zweck passt.
Die drei Begriffe im Überblick
| Merkmal | Cheats | Mods | Trainer |
|---|---|---|---|
| Wer stellt es her? | meist der Hersteller selbst | Spieler und Modder | Dritte |
| Wo greift es ein? | im Spiel über Codes, Tasten oder Konsole | an den Spieldateien oder über Erweiterungen | im Arbeitsspeicher des laufenden Spiels |
| Wie lange wirkt es? | meist bis zum Ausschalten oder Neuladen | dauerhaft, solange die Mod installiert ist | solange der Trainer läuft |
| Typisches Beispiel | "motherlode" in Die Sims 4 | neue Quests, bessere Bedienung, ganze neue Spiele | Lebenspunkte oder Munition einfrieren |
Die Grenzen sind nicht immer scharf. Es gibt Mods, die nichts anderes tun als ein Cheat, und Trainer, die nur eingebaute Befehle bequemer zugänglich machen. Für die Einordnung hilft die Frage: Wer hat es gebaut, und wo greift es ins Spiel ein?
Cheats: vom Hersteller eingebaut
Unter Cheaten versteht man allgemein, sich mit Mitteln außerhalb des normalen Spielablaufs einen Vorteil zu verschaffen. Solche Cheats können im Spiel eingebaut sein, von Programmen oder Geräten Dritter stammen oder auf ausgenutzten Programmfehlern beruhen [1]. Auf dieser Seite meinen wir mit "Cheats im engeren Sinn" die eingebauten Varianten.

Viele Cheatcodes begannen als Werkzeuge für Tests während der Entwicklung [1]. Ein bekanntes Beispiel ist der Konami-Code: Kazuhisa Hashimoto erfand ihn 1986, als er das Arcade-Spiel Gradius für das NES umsetzte [1, 11]. Heute stammen die meisten Cheatcodes von den Entwicklern selbst und werden über Tastenfolgen, Passwörter oder eine Entwicklerkonsole eingegeben [1].
Ein aktuelles Beispiel ist Die Sims 4. Am PC öffnest du mit Strg, Umschalt und C eine Eingabezeile für Codes, "motherlode" bringt 50.000 Simoleons [5]. Viele Befehle funktionieren erst nach "testingcheats true". Auf Konsolen schalten genau diese Befehle laut EA die Erfolge und Trophäen im aktuellen Spielstand ab, andere Spielstände bleiben davon unberührt [5]. Andere Spiele reagieren ähnlich und verweigern Erfolge, solange Cheats aktiv sind. Portal zeigt im Herausforderungsmodus sogar "CHEATED!" an, wenn Cheats benutzt wurden [1].
Eingebaute Cheats haben einen großen Vorteil: Sie sind vom Hersteller vorgesehen und brauchen kein zusätzliches Programm. Wie du die Entwicklerkonsole in verschiedenen Spielen öffnest, steht unter Entwicklerkonsole aktivieren.
Mods: Spieler bauen das Spiel um
Modding ist die Veränderung eines Spiels durch Spieler und Fans. Mods können ein Spiel umbauen oder neue, selbst gemachte Inhalte hinzufügen. Dafür nutzen Modder offizielle oder selbst gebaute Entwicklungswerkzeuge [2]. Es gibt grob vier Arten:

- Kleine Erweiterungen ergänzen einzelne Inhalte, etwa Gegenstände oder Aufgaben.
- Überarbeitungen verändern Grafik und Spielweise eines ganzen Spiels deutlich, ohne ein anderes Spiel daraus zu machen.
- Totalumbauten ersetzen Figuren, Grafik, Handlung und Musik und nutzen nur noch die Technik des Originals.
- Inoffizielle Patches beheben Fehler oder schalten Inhalte frei, die im Spiel noch stecken, aber normal nicht erreichbar sind.
Die vier Arten folgen der Einteilung der englischen Wikipedia [2]. Manche Mods wurden größer als ihr Ausgangsspiel. Counter-Strike und Day of Defeat entstanden als Mods für Half-Life, Valve kaufte beide später [2]. Aus einer selbst gebauten Karte für Warcraft III ging Defense of the Ancients hervor; League of Legends und Dota 2 haben dort ihren Ursprung [2]. Die Mod DayZ für Arma 2 erschien Anfang 2012 und ließ die Verkaufszahlen des damals drei Jahre alten Spiels stark steigen [2].
Wie Hersteller Modding unterstützen
Viele Hersteller fördern Mods aktiv. Bethesda bietet für Spiele wie Skyrim das Creation Kit an, eine Sammlung von Werkzeugen zum Erstellen eigener Mods [2]. Laut Wikipedia hatten 2020 neun der zehn am häufigsten gemoddeten Spiele auf Nexus Mods ein offizielles Modding-Werkzeug des Herstellers [2].
Seit 2012 gibt es den Steam Workshop [2]. Spieler abonnieren dort Inhalte, und Steam lädt sie automatisch herunter und hält sie aktuell [4]. Entwickler entscheiden, ob jeder etwas einstellen darf oder ob sie jeden Beitrag vorher freigeben [4]. Mehr zu Plattformen und zum sicheren Umgang mit Mods steht unter Mods und Modding.
Trainer: Programme, die Werte im Speicher ändern
Ein Trainer ist ein eigenes Programm, das den Arbeitsspeicher eines laufenden Spiels verändert. Er kann eine Speicheradresse "einfrieren", sodass das Spiel den Wert dort nicht mehr senken kann, etwa die Lebensanzeige oder den Munitionszähler. Oder er schreibt neue Werte an bestimmte Stellen [3].

Trainer gibt es seit der Zeit der Heimcomputer. In den 1980er- und 1990er-Jahren bauten Cracker-Gruppen sie direkt in kopierte Spiele ein. Beim Start fragte der Trainer, welche Cheats aktiv sein sollen. In Veröffentlichungslisten stand für jede Funktion ein Pluszeichen hinter dem Spielnamen. Heute schreibt man stattdessen ein Plus und die Zahl der Funktionen, etwa "+11" [3].
Moderne Trainer verändern in der Regel nur den Speicher des laufenden Spiels. Programme, die die Spieldatei selbst ändern, zählen eher als Patch [3]. Weil Spiele ihre Daten bei jedem Start an anderen Stellen im Speicher ablegen, müssen Trainer den richtigen Wert immer wieder neu finden. Manche Verfahren, die sie dafür nutzen, werden von Schutzprogrammen als Schadsoftware erkannt [3]. Außerdem sind Trainer weniger verlässlich als eingebaute Codes, weil sie von Spielversion und Hardware abhängen [1]. Nach einem Update funktioniert ein Trainer oft nicht mehr.
Das bekannteste Werkzeug zum Bauen eigener Trainer ist Cheat Engine [3]. Was es kann und welche Risiken es hat, steht unter Cheat Engine, Funktion und Risiken von Trainern erklärt Was ist ein Trainer?.
Grauzonen
Nicht jede Veränderung lässt sich eindeutig einordnen. Eine Mod, die Unverwundbarkeit oder unendlich viele Gegenstände einbaut, ist technisch eine Mod, wirkt aber wie ein Cheat. Eine Mod, die nur die Menüs übersichtlicher macht, verschafft dagegen keinen Vorteil im Spiel. Für Spiele mit Mehrspielermodus ist die Grenze klarer: Valve stuft jede Veränderung durch Dritte, die einem Spieler einen Vorteil gegenüber anderen verschafft, als Cheat ein. Das gilt ausdrücklich auch für veränderte Programmdateien und Bibliotheken eines Spiels [6].
Auch harmlose Mods können zum Problem werden. Valve rät, bei Skripten und eigenen Skins vorsichtig zu sein und Inhalte nur aus vertrauenswürdigen Quellen zu laden, weil Angreifer Cheats tarnen, damit andere gesperrt werden [6].
Welches Werkzeug für welchen Zweck?
- Du willst eine schwere Stelle schnell überspringen: Erst nach eingebauten Cheats oder einer Entwicklerkonsole suchen. Sie sind vorgesehen und brauchen keine Zusatzsoftware.
- Du willst mehr Inhalte oder eine bessere Bedienung: Mods über die offiziellen Wege des Spiels, etwa den Steam Workshop oder die Werkzeuge des Herstellers.
- Das Spiel hat keine eingebauten Cheats: Hier kommen Trainer ins Spiel, nur im Einzelspieler-Modus und mit Sicherungskopie der Spielstände.
- Du willst Werte dauerhaft festlegen: Ein Spielstand-Editor ändert die gespeicherte Datei statt des laufenden Spiels, siehe Spielstände bearbeiten.
Was das Recht dazu sagt
In Deutschland hat der Bundesgerichtshof 2025 über eine Zusatzsoftware für Spielkonsolen entschieden, die im Arbeitsspeicher Werte veränderte, etwa einen zeitlich begrenzten Turbo in einem Rennspiel. Sie verletzt das Urheberrecht nicht, weil sie den Programmcode des Spiels nicht verändert. Geschützt sind Quell- und Objektcode, nicht die Funktionen eines Programms (Urteil vom 31.07.2025, Az. I ZR 157/21) [7].
Anders sieht es bei Programmen für Onlinespiele aus. 2017 bestätigte der Bundesgerichtshof das Verbot gegen die Firma Bossland, Bots für World of Warcraft zu vertreiben: Er wies ihre Revision zurück (Urteil vom 12.01.2017, Az. I ZR 253/14) [9, 10]. Nach dem Bericht von Legal Tribune Online sah das Gericht im Vertrieb eine unlautere Behinderung, weil die Bots die Spielregeln missachten und das Spiel untergraben [8]. Für Spieler selbst geht es meist um die Nutzungsbedingungen: Wer sie verletzt, riskiert die Sperre seines Kontos. Ob Cheaten darüber hinaus strafbar sein kann, behandelt Ist Cheaten strafbar?. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.
- Cheating in video games. Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Video game modding. Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Trainer (games). Wikipedia (englisch). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Steam Workshop (Steamworks-Dokumentation). Valve Corporation. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation The Sims 4 Cheats. Electronic Arts. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Valve Anti-Cheat (VAC) System. Valve Corporation, Steam-Support. Stand 12.07.2021. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Zur urheberrechtlichen Zulässigkeit einer Cheat-Software (Pressemitteilung Nr. 149/2025). Bundesgerichtshof. Stand 31.07.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Streit um Spielvorteile in World of Warcraft: Bots vor dem BVerfG. Legal Tribune Online (Maximilian Amos). Stand 09.03.2017. abgerufen am 29.10.2026
- BGH, Urteil vom 12.01.2017, I ZR 253/14 (World of Warcraft II), Fundstellen und Zitate. dejure.org. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Grundsatzurteil des BGH zum Vertrieb von Bot-Software für World of Warcraft (World of Warcraft II), Mitteilung der Kanzlei von Blizzard Entertainment. Gleiss Lutz. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- The origin of the Konami code, as told by its inventor. Engadget (JC Fletcher). Stand 16.01.2012. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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