Cheats für Action- und Open-World-SpieleRatgeber

IDDQD und weitere Doom-Cheats

IDDQD schaltet in Doom und Doom II die Unverwundbarkeit ein, IDKFA gibt alle Waffen, volle Munition und alle Schlüssel. Du tippst die Codes einfach während des Spiels, eine Konsole brauchst du nicht. In Netzwerkspielen wirken die meisten nicht.

Beiger Computer aus den 1990er Jahren mit ausgeschaltetem Röhrenmonitor, Kugelmaus und Tastatur im roten Dämmerlicht
Bild: KI-generiert

Kaum ein Cheat ist so bekannt wie IDDQD. Fünf Buchstaben, und der Space Marine aus Doom wird unverwundbar. Doom ist am 10.12.1993 bei id Software erschienen, Doom II folgte am 30.09.1994.[4] Die Codes beginnen alle mit "id", den Buchstaben aus dem Studionamen. Was sie genau tun, lässt sich heute nachlesen: id Software hat den Quellcode von Doom 1997 freigegeben, und die Cheat-Abfrage steht darin Zeile für Zeile.[1, 2]

So gibst du die Codes ein

Doom und Doom II haben keine Konsole. Du tippst den Code während des Spiels einfach ein, das Spiel achtet auf die Tastenfolge. Ist sie erkannt, zeigt das Spiel eine kurze Meldung, bei IDDQD etwa "Degreelessness Mode On".[2, 3] IDDQD und IDCLIP schalten beim zweiten Eintippen wieder ab.[2]

Finger drücken Tasten einer alten beigen Tastatur, rotes und orangefarbenes Licht
Bild: KI-generiert

Im Netzwerkspiel prüft das Spiel die meisten Codes gar nicht erst: Die Abfrage läuft nur, wenn kein Netzwerkspiel aktiv ist. Ausgenommen ist IDCLEV, dessen Abfrage im Quellcode außerhalb dieser Bedingung steht. Der Karten-Cheat IDDT funktioniert nicht im Deathmatch.[2, 11]

Alle Cheats aus Doom und Doom II

Die Tabelle folgt dem freigegebenen Quellcode. Die Meldungen in Anführungszeichen sind der Text, den das Spiel beim Aktivieren zeigt.[2, 3, 11]

CodeWirkung
IDDQDUnverwundbarkeit an oder aus, Gesundheit auf 100 Prozent ("Degreelessness Mode")
IDKFAAlle Waffen, volle Munition, alle Schlüssel und 200 Panzerung ("Very Happy Ammo Added")
IDFAAlle Waffen, volle Munition und 200 Panzerung, aber keine Schlüssel ("Ammo (no keys) Added")
IDCLIPDurch Wände gehen an oder aus ("No Clipping Mode")
IDSPISPOPDDurch Wände gehen, zweite Schreibweise neben IDCLIP
IDDTIn der Automap: ganze Karte zeigen, beim zweiten Mal auch Gegner und Gegenstände, beim dritten Mal aus
IDCLEV plus zwei ZiffernZu einem Level springen ("Changing Level...")
IDMUS plus zwei ZiffernMusik wechseln ("Music Change")
IDBEHOLDZeigt die Auswahl der Extras an
IDBEHOLDVUnverwundbarkeit als Extra
IDBEHOLDSBerserker
IDBEHOLDITeilweise Unsichtbarkeit
IDBEHOLDRStrahlenschutzanzug
IDBEHOLDAVollständige Karte
IDBEHOLDLRestlichtverstärker
IDCHOPPERSKettensäge und Unverwundbarkeit
IDMYPOSZeigt Blickrichtung und Position als Zahlen

Wie unverwundbar IDDQD wirklich macht

IDDQD macht nicht gegen alles immun. Im Quellcode steht die Regel ausdrücklich: Schaden unter 1000 Punkten ignoriert das Spiel im Gott-Modus und mit dem Extra Unverwundbarkeit. Trifft dich ein Treffer mit 1000 oder mehr Schadenspunkten, wirkt er trotzdem.[8]

Beim Einschalten setzt IDDQD außerdem die Gesundheit auf 100 Prozent. Schaltest du den Modus mit einem zweiten IDDQD wieder aus, bleibt der aktuelle Wert stehen.[2]

Wie Doom die Tastenfolgen erkennt

Doom liest bei jedem Tastendruck mit. Für jeden Cheat merkt sich das Spiel, wie weit du in der Folge schon bist. Passt der nächste Buchstabe, rückt es einen Schritt weiter; passt er nicht, beginnt die Folge von vorn. Ist das Ende erreicht, löst der Cheat aus.[9] Eine Zeitgrenze gibt es dabei nicht, aber jede falsche Taste dazwischen setzt die Folge zurück.

Die Folgen liegen im Programm verschlüsselt vor. Beim ersten Aufruf baut das Spiel eine Übersetzungstabelle auf und vergleicht jeden Tastendruck mit dem verschlüsselten Zeichen.[9] Bei IDCLEV und IDMUS gibt es Platzhalter, an deren Stelle das Spiel die beiden Ziffern übernimmt, die du nach dem Code tippst.[2, 9]

IDCLEV: zu einem Level springen

Hinter IDCLEV folgen zwei Ziffern. Im ersten Doom stehen sie für Episode und Mission, IDCLEV13 führt also zu Episode 1, Mission 3. In Doom II gibt es keine Episoden, die beiden Ziffern sind die Kartennummer, IDCLEV15 meint Karte 15. Im freigegebenen Linux-Quellcode bricht die Abfrage für Doom II allerdings schon vor dem Sprung ab, weil sie die Episode 0 als ungültig verwirft. Ob die DOS-Fassung und heutige Nachbauten das ebenso handhaben, belegt diese Quelle nicht.[2]

Leerer dunkler Industriegang einer Raumstation mit Metallwänden und roten Lichtern
Bild: KI-generiert

IDMUS funktioniert nach demselben Muster. Im ersten Doom wählen die beiden Ziffern das Musikstück einer bestimmten Episode und Mission, IDMUS21 spielt also die Musik von Episode 2, Mission 1. In Doom II steht die Zahl für das Stück der jeweiligen Karte. Bei einer Zahl außerhalb des Bereichs meldet das Spiel "IMPOSSIBLE SELECTION" und die Musik bleibt, wie sie ist.[2, 3]

Das Spiel prüft, ob es die Karte gibt. Die Shareware-Fassung nimmt nur Episode 1 an, die registrierte Fassung drei Episoden, The Ultimate Doom vier Episoden mit je neun Missionen.[2] Ein Sprung in eine Episode, die deine Fassung nicht hat, wird einfach ignoriert.

Woher die Namen kommen

Die Kommentare im Quellcode verraten, wofür einige Kürzel stehen: Bei IDKFA steht "key full ammo" als Erklärung.[2] IDSPISPOPD steht laut Kommentar für "Smashing Pumpkins Into Small Piles Of Putrid Debris" (im Code mit Tippfehlern geschrieben).[2] Für IDDQD selbst gibt der Code keine Auflösung, nur die Meldung "Degreelessness Mode".[2, 3]

Bei IDCHOPPERS zeigt das Spiel eine Meldung, die mit "doesn't suck" endet und mit "GM" unterschrieben ist.[3] Über dem Block mit den Tastenfolgen steht im Code ein trockener Kommentar: Die Folgen seien verschlüsselt, damit man sie nicht so leicht findet, und darunter "Yeah, right...".[2]

Warum Entwickler solche Codes überhaupt einbauen und wie Spiele Tastenfolgen erkennen, erklärt Wie Cheats technisch funktionieren. Wie sich die Codes von Doom in die Geschichte der Cheats einfügen, steht unter Geschichte der Cheats.

Der Quellcode von 1997

John Carmack hat den Quellcode am 23.12.1997 veröffentlicht. Freigegeben wurde nur die Linux-Fassung. Den DOS-Code durfte id Software nicht veröffentlichen, weil er eine urheberrechtlich geschützte Sound-Bibliothek nutzte.[1] Heute steht der Code im Repository von id Software unter der GNU General Public License 2.0.[1]

Stapel alter Disketten ohne Etikett neben einem geschlossenen Notizbuch unter einer Schreibtischlampe
Bild: KI-generiert

Ein Detail im freigegebenen Code: Er nimmt IDSPISPOPD und IDCLIP in beiden Spielen an. Der Kommentar dazu lautet sinngemäß "vereinfacht, beides wird akzeptiert".[2] Ob ein Nachbau auf Basis dieses Codes alle Codes übernimmt, hängt vom jeweiligen Projekt ab.

Doom in Deutschland

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hat Doom im Mai 1994 indiziert, Doom II im Dezember 1994. Am 04.08.2011 strich die Bundesprüfstelle beide Spiele aus der Liste der jugendgefährdenden Medien; nur die amerikanische Fassung von Doom II blieb dort, weil sie zwei Level mit Inhalten aus Wolfenstein 3D enthält.[5] Die Streichung wurde im Bundesanzeiger Nr. 131 vom 31.08.2011 bekannt gemacht.[5]

Im selben Bescheid beschreibt die Behörde das Spiel: drei Episoden mit je neun Kapiteln und fünf Schwierigkeitsgrade von "I'm too young to die" bis "Nightmare".[5]

Doom 3: Befehle in der Konsole

Doom 3 arbeitet anders als die alten Teile. Statt Tastenfolgen nutzt es eine Konsole. Ob die Konsolentaste die Konsole öffnet, regelt die Einstellung com_allowConsole, die im veröffentlichten Quellcode standardmäßig ausgeschaltet ist.[6, 12]

BefehlWirkung laut Quellcode
godUnverwundbarkeit
noclipKeine Kollision, durch Wände gehen
notargetGegner nehmen dich nicht als Ziel wahr
give allGibt alle Gegenstände; "give" mit einem Namen gibt einen bestimmten
killTötet die eigene Spielfigur
spawnLässt ein Objekt des Spiels erscheinen, etwa einen Gegner

Im Mehrspieler lehnt Doom 3 die Cheat-Befehle ab und meldet "Not allowed in multiplayer", außer der Server erlaubt Cheats ausdrücklich (Einstellung net_allowCheats). Im Einzelspieler musst du außerdem am Leben sein, damit sie wirken; nur im Entwicklermodus (Einstellung developer) entfällt diese Bedingung.[7]

Doom heute spielen

Auf Steam gibt es Doom und Doom II als Kombiprodukt mit überarbeiteten Fassungen der beiden Spiele von 1993 und 1994. Es bietet Einzelspieler und Mehrspieler, auch plattformübergreifend, und hat 33 Errungenschaften.[10] Ob und wie diese Fassung die alten Codes mit Erfolgen verrechnet, ist in den hier genutzten Quellen nicht beschrieben. Wer Errungenschaften sammeln will, spielt deshalb am besten einen eigenen Durchgang ohne Codes.

Für das Original von 1993 brauchte man laut der Bundesprüfstelle mindestens einen PC der 386er-Generation mit 4 MB Arbeitsspeicher und VGA-Grafik, gesteuert wurde mit Tastatur und Maus.[5] Am PC tippst du die Codes auch heute über die Tastatur. Für Mehrspielerpartien in heutigen Spielen gelten eigene Regeln, mehr dazu unter Fair Play im Multiplayer.

Für die neueren Teile ab 2016 stehen auf dieser Seite keine Codes. Wo ein Spiel eine Entwicklerkonsole hat und wie du sie einschaltest, erklärt Entwicklerkonsole in Spielen aktivieren. Weitere Klassiker wie den Konami-Code findest du unter Berühmte Cheatcodes aus der Spielegeschichte.

  1. Organisation DOOM: README.TXT und Lizenz des Quellcodes. id Software (GitHub). Stand 23.12.1997. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation DOOM Quellcode linuxdoom-1.10, st_stuff.c. id Software (GitHub). Stand 1997. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation DOOM Quellcode linuxdoom-1.10, d_englsh.h (Meldungstexte). id Software (GitHub). Stand 1997. abgerufen am 29.10.2026
  4. Doom (Computerspielreihe). Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde "Doom" aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen, BPjM-Aktuell 3/2011, Entscheidung Nr. 5847. Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (heute BzKJ). Stand 2011. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation DOOM 3 Quellcode, Console.cpp und SysCmds.cpp. id Software (GitHub). Stand 2011. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation DOOM 3 Quellcode, Game_local.cpp (CheatsOk). id Software (GitHub). Stand 2011. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation DOOM Quellcode linuxdoom-1.10, p_inter.c (Schaden im Gott-Modus). id Software (GitHub). Stand 1997. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation DOOM Quellcode linuxdoom-1.10, m_cheat.c (Erkennung der Tastenfolgen). id Software (GitHub). Stand 1997. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation DOOM + DOOM II. Steam (Valve) / id Software. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation DOOM Quellcode linuxdoom-1.10, am_map.c (Automap und IDDT). id Software (GitHub). Stand 1997. abgerufen am 29.10.2026
  12. Organisation DOOM 3 Quellcode, Common.cpp (Einstellung com_allowConsole). id Software (GitHub). Stand 2011. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.