Fair Play und Anti-CheatRatgeber

Easy Anti-Cheat und BattlEye: Herkunft, Technik, Sperren

Easy Anti-Cheat gehört seit 2018 zu Epic Games und ist für Entwickler in der Grundversion kostenlos. BattlEye stammt aus Deutschland, begann 2004 als Zusatz für Battlefield und arbeitet mit einem Kernel-Treiber. Beide prüfen deinen Rechner, solange ein geschütztes Spiel läuft, und beide lassen sich unter Linux nur nutzen, wenn der Entwickler das freischaltet.

Zwei Spiele-PCs nebeneinander auf einem langen Schreibtisch, einer violett und einer blau beleuchtet, Monitore aus
Bild: KI-generiert

Wer am PC online spielt, hat Easy Anti-Cheat oder BattlEye sehr wahrscheinlich schon installiert, oft ohne es zu merken. Beide Programme kommen mit dem Spiel auf den Rechner und starten mit ihm. Sie stammen von verschiedenen Firmen, verfolgen aber ein ähnliches Ziel. Hier steht, woher sie kommen, wie sie arbeiten, welche Daten sie verarbeiten und was du nach einer Sperre tun kannst.

Easy Anti-Cheat: von Helsinki zu Epic

Easy Anti-Cheat, kurz EAC, entwickelte das finnische Unternehmen Kamu. Epic Games, der Hersteller von Fortnite, kaufte Kamu im Oktober 2018 und nutzte die Software da schon für Fortnite. Damals lief EAC nach Angaben von Kamu in mehr als 80 Spielen und war auf über 100 Millionen PCs installiert. Laut Game Informer sah es zunächst danach aus, dass Kamu auch andere Kunden weiter betreut, und das Büro in Helsinki sollte Epic als Standort dienen, um Entwickler für Technik, Engine und Online-Dienste zu gewinnen.[2]

2021 öffnete Epic den Dienst für alle Entwickler. EAC für Windows-Spiele wurde kostenlos, im September 2021 kamen Linux und Mac hinzu.[6] Heute gehört EAC zu den Epic Online Services. Auf der eigenen Website nennt Epic mehr als 200 Spiele, über 20 Milliarden geschützte Spielsitzungen im Jahr und mehr als 35 Millionen Spieler im Monat. Die Grundversion ist für Entwickler kostenlos und ohne Nutzungsgrenze, dazu kommen kostenpflichtige Stufen mit mehr Schutz und persönlicher Betreuung.[1]

So arbeitet Easy Anti-Cheat

Epic beschreibt EAC als modulares System aus mehreren Schichten. Es soll gängige Angriffe früh verhindern und erkennt Cheats über Heuristiken, die Auswertung des Spielverlaufs und Meldungen von Spielern. Entwickler steuern den Dienst über eigene Übersichtsseiten.[1] Wie die Module im Einzelnen arbeiten, beschreibt Epic dort nicht.

EAC läuft unter Windows, Mac und Linux sowie auf dem Steam Deck und funktioniert mit Spielen, in denen PC- und Konsolenspieler gemeinsam spielen.[1] In der Datenschutzerklärung von Epic steht, dass Anti-Cheat-Dienste Daten über deinen Computer und die darauf installierte Software erfassen und auswerten können, um Cheats zu erkennen, und dass diese Dienste von Epic oder von Dienstleistern stammen. Epic schreibt dort auch, dass es Cheating, Hacking und den Diebstahl von Konten in seinen Diensten konsequent verfolgt.[7] Eine eigene, genaue Liste der Daten, wie BattlEye sie veröffentlicht, enthält die Erklärung nicht.

BattlEye: aus Deutschland seit 2004

BattlEye begann 2004 als Zusatzprogramm für die Battlefield-Reihe.[3] Hinter dem Dienst steht die BattlEye Innovations e.K. mit Sitz in Reutlingen, verantwortliche Person ist Bastian Suter.[4] Auf seiner Website zeigt BattlEye die Spiele, in denen es läuft, darunter Arma 2 und 3, DayZ, Rainbow Six Siege, PUBG, Escape from Tarkov, Destiny 2 und Fortnite.[3] Fortnite, das Spiel von Epic, taucht dort also auf, obwohl Epic mit EAC ein eigenes System hat.

So arbeitet BattlEye

Der Schwerpunkt liegt nach Angaben von BattlEye darauf, Cheats von vornherein zu verhindern. Wer trotzdem durchkommt, wird gesperrt. BattlEye bezeichnet sein System als vollständig proaktiv und kernelbasiert. Es prüft das System des Spielers laufend und sucht sowohl nach bekannten Cheats als auch nach verdächtigen Mustern. Die Prüfroutinen steuert BattlEye dynamisch vom eigenen Server aus, damit eine Umgehung nicht dauerhaft funktioniert.[3]

Kleines Büro mit Blick über die Dächer einer deutschen Stadt in der Dämmerung, auf dem Tisch ein zugeklappter Laptop
Bild: KI-generiert

Auf der Serverseite hat BattlEye nach eigenen Angaben volle Kontrolle über den Spielserver. Es wirft Spieler, die gegen Regeln verstoßen, aus der Partie und bietet Serverbetreibern eine Fernverwaltung (RCon). Sperren können an die SteamID oder ein Konto gebunden werden. Anders als bei Valves VAC seien so Sperren möglich, die auf Steam spielübergreifend gelten.[3]

Welche Daten die Systeme lesen

BattlEye legt in seiner Datenschutzerklärung offen, was es verarbeitet: IP-Adresse, Kennungen aus dem Spiel wie Spielername oder Konto-ID, Hardware-Kennungen wie Seriennummern, Angaben zum Betriebssystem, Informationen über Spiel- und Systemdateien und den Arbeitsspeicher, laufende Prozesse, Treiber und ausführbaren Code sowie Dateinamen, die deinen Benutzernamen im Betriebssystem enthalten können.[4]

Gespeichert wird nach Angaben von BattlEye bei den meisten Nutzern nichts, Daten bleiben in der Regel nur nach einem Treffer der Erkennung. BattlEye stützt die Verarbeitung auf das berechtigte Interesse des Spielherstellers und schreibt, dass es automatisierte Entscheidungen treffen kann.[4] Wer Auskunft oder Löschung möchte, soll sich an den Herausgeber des Spiels wenden, weil BattlEye die Identität von Spielern nicht selbst prüfen kann. Erkennungsprotokolle gibt BattlEye nicht heraus, weil sie Betriebsgeheimnisse offenlegen würden.[4]

Als Rechte nennt BattlEye Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung, Widerspruch und Datenübertragbarkeit, außerdem die Beschwerde bei einer Datenschutzbehörde. Einen Haken gibt es: Verlangst du Löschung oder Einschränkung, kann das dazu führen, dass du das Spiel nicht mehr spielen kannst. Die Daten, die für diese Sperre nötig sind, bleiben dann gespeichert.[4]

Welche Rechte du nach der DSGVO hast und wie du sie nutzt, steht auf der Seite Anti-Cheat und Privatsphäre.

Ein Treiber mit Systemrechten

Ein Anti-Cheat-Treiber mit Kernel-Rechten ist ein lohnendes Ziel für Angreifer, weil er Dinge darf, die normalen Programmen verwehrt sind. Wie real das ist, zeigte 2022 ein Fall, den der Sicherheitsanbieter Trend Micro untersucht hat. Eine Ransomware-Bande nutzte den Anti-Cheat-Treiber mhyprot2.sys aus dem Rollenspiel Genshin Impact, um aus dem Kernel heraus Virenschutzprogramme zu beenden. Der Treiber war echt signiert, und das Spiel musste auf dem angegriffenen Rechner gar nicht installiert sein.[8]

Weder EAC noch BattlEye waren in diesen Fall verwickelt. Er zeigt aber, warum Hersteller solche Treiber sorgfältig prüfen müssen und warum du Anti-Cheat-Software nur aus dem offiziellen Spiel-Installer beziehen solltest.

Linux und Steam Deck

Lange liefen Spiele mit EAC oder BattlEye unter Linux gar nicht. Das änderte sich 2021 mit Blick auf das Steam Deck. Epic erlaubt seit September 2021, die Unterstützung für Linux über Wine oder Proton im Entwicklerportal einzuschalten. Automatisch passiert das nicht, jeder Entwickler muss es für sein Spiel aktivieren.[6]

Tragbare Spielkonsole mit ausgeschaltetem Bildschirm auf einem Sofakissen neben einer Decke im warmen Abendlicht
Bild: KI-generiert

Bei BattlEye genügt seit November 2021 eine Nachricht des Entwicklers an BattlEye, damit Proton für das Spiel freigeschaltet wird. Valve nannte als erste Beispiele Mount & Blade II: Bannerlord und ARK: Survival Evolved.[5]

Die beiden Systeme im Vergleich

MerkmalEasy Anti-CheatBattlEye
HerkunftKamu, Finnland, seit 2018 Epic GamesBattlEye Innovations, Reutlingen
Wichtige Daten2018 Kauf durch Epic, 2021 kostenlos für alle Entwickler2004 Start als Zusatz für Battlefield
Technik nach HerstellerangabeHeuristik, Spielauswertung, Spielermeldungenkernelbasiert, Prüfroutinen vom Server gesteuert
Kosten für EntwicklerGrundversion kostenlos, weitere Stufen kostenpflichtigkeine öffentlichen Angaben
Linux und Steam Deckseit 09/2021, Entwickler schaltet freiseit 11/2021, Entwickler fragt bei BattlEye an
EinspruchFormular auf easy.acDatenanfragen über den Spielhersteller

Gesperrt: was du tun kannst

Für einen Einspruch bei EAC gibt es auf der Website ein eigenes Formular.[1] Bei BattlEye laufen Anfragen zu deinen Daten über den Herausgeber des Spiels.[4] Auf Steam kommt eine weitere Ebene hinzu: Entwickler können über Valve eine Spielsperre eintragen, die öffentlich in deinem Steam-Profil steht und dich von den gesicherten Servern dieses Spiels ausschließt.[9]

Junge Frau schreibt am Küchentisch einen Brief von Hand, daneben liegen ein Gamepad und eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Rechne nicht mit Nachsicht, wenn du tatsächlich gecheatet hast. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland schreibt, dass bei schweren Verstößen wie Bots oder Cheats eine sofortige dauerhafte Sperre angemessen sein kann. Bist du zu Unrecht gesperrt, solltest du den Grund erfragen und mit konkreten Belegen widersprechen, pauschales Bestreiten hilft wenig.[10]

Schreib sachlich, nenne Spiel, Konto und Zeitpunkt und füge die Fehlermeldung bei, die beim Start erschienen ist. Hast du kurz vor der Sperre Software installiert, die in andere Programme eingreift, gehört das in die Nachricht. Wie es nach einer Sperre weitergeht, welche Inhalte verloren gehen und welche Hilfe die Verbraucherzentralen anbieten, steht auf der Seite Bann nach Cheaten.

Einen Überblick über weitere Verfahren, von der Serverauswertung bis zur Prüfung der Hardware, gibt Anti-Cheat-Systeme. Valves eigenes System beschreibt die Seite VAC und PunkBuster, Riots Vanguard die Seite Kernel-Anti-Cheat.

  1. Organisation Easy Anti-Cheat. Epic Games. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Epic Acquires Easy Anti-Cheat Company For Fortnite. Game Informer. Stand 09.10.2018. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation BattlEye: The Anti-Cheat Gold Standard. BattlEye Innovations. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Privacy Policy. BattlEye Innovations e.K.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Supporting Linux, Proton and the Steam Deck with BattlEye is just an email away. GamingOnLinux. Stand 06.11.2021. abgerufen am 29.10.2026
  6. Epic Games announce full Easy Anti-Cheat for Linux including Wine and Proton. GamingOnLinux. Stand 23.09.2021. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Epic Games Privacy Policy. Epic Games. Stand 18.07.2025. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Ransomware Actor Abuses Genshin Impact Anti-Cheat Driver to Kill Antivirus. Trend Micro. Stand 24.08.2022. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Steamworks Documentation: Anti-Cheat. Valve. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Perma Ban bei Online-Games: Wann darf ein Spieler-Account gesperrt werden?. Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland. Stand 02.04.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.